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Bulgarien

Bulgarien

Weinreise – ins Land der Thraker

Bulgarien, Schatzkammer mit einer Vielzahl autochthoner Rebsorten
Zusammenfassung:

Wussten Sie, dass Bulgarien nach Frankreich, Spanien, Italien und Griechenland zu den größten Weinproduzenten der Welt gehört? 130.000 Hektar sind in dem Balkanland von Rebstöcken bedeckt - je zur Hälfte rote und weiße Sorten, die teilweise schon vor 3000 Jahren von den alten Thrakern angebaut wurden. Noch heute bietet Bulgarien eine Schatzkammer mit einer Vielzahl autochthoner Rebsorten und Weine wie Gamza, Dimiat, Pamid, Misket, Mavrud und Melnik statt Cabernet Sauvignon, Merlot, Pinot Noir und Chardonnay. All das - umrahmt von einem nicht alltäglichen Kulturprogramm - thematisiert unsere einwöchige Wein-Entdeckungsreise.

 
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Ausführliche Info:

Bulgarien - für viele ein recht unbekanntes Land - besticht durch seine Naturschönheiten und sein reiches kulturelles Erbe. In der Antike bekannt als das Land der Thraker, ist Bulgarien ein altes Land mit reichen Traditionen und 4000jähriger Kultur und Geschichte, die bis auf den legendären Sänger Orpheus sowie den berühmten Gladiator Spartakus zurückreicht. Die Berge des Balkans durchziehen das Land bis hin zu den Stränden am Schwarzen Meer und sind Heimat von mehr als 160 farbenfrohen alten orthodoxen Klöstern, deren berühmtestes, das Rilakloster, von der UNESCO als Kulturerbe der Menschheit eingestuft wurde. Bulgarien ist ein fruchtbares Agrarland mit dichten Wäldern und zahlreichen Flüssen. Zugleich gehört Bulgarien zu den Ländern mit der längsten Weinbautradition Europas. Das Land im Südosten Europas liegt auf dem gleichen Breitengrad wie die Toskana oder Bordeaux und bietet daher auch ähnlich gute Bedingungen für den Weinbau. Eine große Bodenvielfalt (sandige, schwarze, braune, aluviale, Humus- und Karbonatböden) in Verbindung mit einer Vielzahl durch die Geographie vorgegebener sehr unterschiedlicher Mikroklimata bedingen den Anbau einer Vielzahl autochthoner Rebsorten und Weinen mit sehr eigenständigem Charakter. Ein recht niedriger Ertrag pro Hektar, verursacht durch die Pflanzung der Rebstöcke in sehr breiten Zeilenabständen, kommt zusätzlich der Weinqualität zugute.
Der Weinbau Bulgariens besitzt eine lange, etwa 3000 Jahre alte Tradition, und ist eng mit der gesamten Kultur und Wirtschaft des Landes verbunden. Weinbau gab es schon in der Antike, als thrakische Stämme ca. 1200 v. Chr. nördlich und südlich des Balkangebirges wild wachsende Rebstöcke kultivierten. Die Thraker waren begnadete Winzer, wie man schon bei Homer nachlesen kann und ein Völkchen, das einen ausgeprägten Kult zu Ehren des Gottes Dionysos betrieb. Die Wandmalereien in der Kazanlaker Gruft und die Abbildungen auf den Gegenständen des weltberühmten Goldschatzes von Panagjurischte lassen uns die Verehrung der Thraker zum Göttergetränk verspüren. Zur Zeit des Römischen Reiches war thrakischer Wein ein begehrter Exportartikel nach Griechenland, Sizilien, Kleinasien und Ägypten. Diese uralten Erfahrungen und die Tradition im Weinbau und in der Weinproduktion werden in den darauf folgenden Jahrhunderten und auch nach der Gründung des bulgarischen Staates (im Jahre 681) fortgeführt.
Dass es dabei offensichtlich nicht nur bei der Produktion geblieben ist, zeugt das von Khan Krum auferlegte Alkoholverbot, das als erstes in Europa und weltweit gilt (804-814). Im Mittelalter sind die Weinberge größtenteils im Besitz der Klöster und zur Lagerung der Weine „erfindet" man in deren kühlen Kellergewölben die Weinkeller. Auch die Kunst des Kelterns wird von Mönchen in bulgarischen Klöstern perfektioniert. Es ist das Goldene Zeitalter Bulgariens, an dem bulgarische Gelehrte und Mönche einen ganz erheblichen Einfluss nehmen und auf zahlreichen Gebieten große Neuerungen bescheren. So entwickelten die Brüder Kyrillos und Methodios das kyrillische Alphabet, das die gesamte slawische Literatur und Kultur maßgeblich beeinflussen sollte. Zahlreiche Bauwerke bzw. deren Relikte zeugen noch heute von der Schaffenskraft und dem daraus resultierenden Wohlstand dieser Epoche.
Im Jahre 1393 wurde das bulgarische Reich von den Türken erobert, die den Bulgaren während ihrer 500-jährigen Herrschaft den Weinbau dennoch erlaubten.
Bis zu den 1940er-Jahren wurde Weinbau ausschließlich von kleinen Weinbauern auf Basis autochthoner Sorten betrieben. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren exzellente bulgarische Weine in Europas Hotels und Restaurants auf den Weinkarten zu finden. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs schwappten jedoch überwiegend billige, liebliche Tropfen von minderer Qualität in den Westen. 1990 wurde das sozialistische staatliche Weinanbaumonopol Vinprom aufgelöst und die Kellereien wurden selbständig. 10 Jahre später wurde nach dem Vorbild anderer europäischer Länder ein Weingesetz verabschiedet. Unabhängige staatliche Prüfstellen wachen über Weinbau, Weinherstellung und Weinexport. Heute wird Weinbau im privaten Bereich - besonders auf dem Land besitzt fast jedes Anwesen seine eigenen Weinstöcke und gut gefüllte Fässer im Keller - oder in Kellereien kleiner Appellationen bis hin zu modernen Großkellereien betrieben.
Geografisch liegen die Weinbaugebiete Bulgariens auf der Höhe Südfrankreichs, Italiens und Spaniens mit einem vergleichbar sonnigen, trockenen Klima und mit ähnlichen Bodenverhältnissen. Besonders die lange Zeit der Sonneneinstrahlung während der Wachstumsperiode und die Reifezeit der Trauben ermöglichen das Keltern von gut ausgereiften, kräftigen Rotweinen, aber auch erlesenen Weißweinen. Das strenge bulgarische Weingesetz garantiert die Herkunft und die Lage, die Rebsorten, Zeitraum und die Art und Weise der Reife. Zusammen mit Frankreich, Spanien, Italien und Griechenland gehört Bulgarien zu den größten Weinproduzenten der Welt. Rund 130 000 Hektar stehen unter Reben - je zur Hälfte weiße und rote Sorten. Die Anbaufläche in Bulgarien ist in etwa so groß wie in Deutschland, jedoch mit nur ca. einem Drittel des Ertrags. Dies liegt daran, dass in Bulgarien die Rebstöcke mit erheblich mehr Abstand gepflanzt werden, als es bei uns üblich ist. Die geringe Wachstumsdichte hat positiven Einfluss auf die Qualität der Weine.
In den letzten Jahrzehnten wurde verstärkt europäische Edelreben wie Cabernet Sauvignon, Merlot und Pinot Noir angepflanzt. Bereits in den sechziger Jahren wurde das Gros dieser Rebstöcke gepflanzt, die jetzt im Ertrag stehen - und ältere Rebstöcke bringen bessere Weine. Die bulgarischen weißen und roten Traubensorten wie Gamza, Dimiat, Pamid, Muscat, Misket, Mavrud und Melnik sind leider etwas im Rückgang begriffen. Pamid ist heute die verbreiteste einheimische Rebsorte, Melnik die urwüchsigste. Bei den weißen Sorten verdrängen Riesling, Chardonay und Sauvignon den Rkatsiteli und Welschriesling. Bulgarien liegt im Weinexport weltweit an sechster Stelle! Traditionell hat Bulgarien fünf bekannte Weinbaugebiete, die für ihre Region typische Weine produzieren. So werden in Südbulgarien Rotweine, in Nordbulgarien eher Weißweine angebaut. An der Küste des Schwarzen Meeres liegen wichtige Weinbaugebiete mit Burgas, Pomorie und Varna als ihren drei Hauptzentren. Das kleinste Anbaugebiet in Bulgarien ist das Gebiet um Melnik. Das dortige Mikroklima begünstigt den dort gekelterten vollmundigen Rotwein.

„Es ist eher selten hierzulande, dass Bulgaren keine Weingärten besitzen. Das ist eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen. Ein Bauer hält sich für unglücklich und würde sich dessen schämen, keinen Weinbau zu betreiben." (G.S. Rakovski, 1859)

 

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Reiseverlauf:

1. Tag: Treffen der Teilnehmer am Frankfurter Flughafen. Abflug nach Sofia. Nach der Ankunft Transfer zu unserem Hotel 4* in der Stadt und anschließende Zimmerverteilung.

2. Tag: Nach dem Frühstück geht es zunächst stadtauswärts hinauf in die Berge zum 1300 m hoch gelegenen Rila-Kloster.
Das größte und schönste bulgarische Kloster gehört seit 1983 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Zu besichtigen gibt es wunderschöne Fresken, Holzschnitzereien, alte Waffen, Münzen, auf Pergament geschriebene Handbücher und Bibeln. Mittagspause in einem Restaurant in der Nähe des Klosters. Wir mischen wir uns unter die Einheimischen und genießen die angebotenen bulgarische Spezialitäten.
Anschließend fahren wir zum historischen Weinort Melnik. Die südwestlichste und kleinste Weinbauregion Bulgariens der Region Melnik wird geprägt durch das Tal des Flusses Struma. Senkrechte Felswände, aus konglomeratischen Sedimenten aufgebaut, umschließen das Städtchen.
Angrenzend an das ehemalige Jugoslawien und Griechenland, war ein Teil dieses Gebietes vor der Wende streng bewachtes "Niemandsland". Inzwischen wachsen auch hier Rebstöcke und liefern einen wunderbaren Cuvé namens „No Men´s Land".
Die Gebirgsregion mit ihren leichten Braunerdeböden, z.T. vulkanischen Ursprungs, warmen Tagen und kalten Nächten ist Heimat des bekannten Melnik-Weines der autochthonen Rebsorte Schiroka Melnischka, die hier zu 75% im Anbau ist. Sie ergibt dank sehr tiefgründiger Böden und den damit sehr tief wurzelnden Reben einen einzigartigen tiefdunklen und vollmundigen Rotwein, den man, wie die Bulgaren behaupten, im Taschentuch davontragen kann. Ein kräftiger, extraktreicher Wein also, mit intensivem Bukett, ausgeprägten Tanninen und Alterungspotenzial. Kenner bezeichnen ihn auch gern als Syrah unter den bulgarischen Weinen.
Ein „Muß" und sehr sehenswerter Besichtigungspunkt in Melnik ist das Kordopoulov-Haus aus dem Jahr 1754. Es zeugt vom Stolz und Reichtum seines Besitzers, eines griechischen Weinhändlers in der Blütezeit Melniks als Handelsstadt. Die reichliche Innenausstattung deutet bereits auf die Handelshäuser in Plovdiv hin. Bemerkenswert ist das Labyrinth der unterirdischen Gänge, die als Weinlager, vielleicht auch als Flucht- und Schutzräume dienten. Nach der Besichtigung im Museum Kordopulov verkosten wir Melnik-Rotweine des Weingutes Demianitsa. Abendessen in einer einheimischen Taverne in Melnik. 1 Übernachtung im Hotel 3* in Melnik. (F/A)

3. Tag: Fahrt zum herrlich gelegenen Rozhen-Kloster. Die heutige Zwei-Mönch-Anlage hat eine ganz eigentümliche Ausstrahlung, vor allem hervorgerufen durch das nur grob behandelte Holz der umlaufenden Galerie mit Refektorium und Mönchszellen dahinter, aber auch durch die Schatten spendenden Weinreben, die große Teile des Hofes überziehen. Besonders eindrucksvoll die Wandmalereien außen und die Ikonostase.
Der Rundgang durch das Kloster gewährt Einblicke in ein sehr schlichtes mönchisches Leben.
Weiterfahrt über den Predela-Pass zum Gebirgsort Bansko, dem bekanntesten Wintersportorten Bulgariens. Kleiner Bummel durch die Stadt. Mittagessen in einer einheimischen Taverne.
Nachmittags Fahrt durch die dicht bewaldete und sehr dünn besiedelte Gebirgswelt der Rhodopen in Richtung Plovdiv.
Unterwegs halten wir zur Weinprobe im Weingut Bessa Valley in der Nähe der Stadt Pazardzhik. Das Weingut Bessa Valley ist eines der fortschrittlichsten und innovativsten in Bulgarien und im Besitz des deutschen Grafen Stephan von Neipperg, der hier auf einem Kalkhügel auf ca. 140 ha Wein anbaut.
Wir können gespannt sein auf den Vorzeigewein Enira. Mit diesem Wein wurde 2004 zum ersten Mal in Bulgarien die Idee von einem Terroirwein konsequent verwirklicht. Das Ergebnis ist ein Wein, den die Önologen als groß und einzigartig bezeichnen. Enira ist ein typischer Terroirwein mit den spezifischen Besonderheiten der Böden und des Klimas im nördlichen Abhang des Rhodopen-Gebirges.
Enira 2004 wurde mit dem für das Jahr 2006 einzigen Goldenen Rhyton der bulgarischen Vinaria-Messe ausgezeichnet. Wir finden ihn in der „Financial Times" unter den Top 50 der Jancis Robinson Klassifikation der besten jungen roten Weinen zu Weihnachten 2005.
Nach der Besichtigung der Kellerei und Weinprobe geht es weiter nach Brestovitsa - dem Weindorf Bulgariens. Besuch des Weingutes Villa Vinifera. Hier lernen wir im Rahmen einer Weinprobe die besonderen Tropfen des Weingutes kennen.
In Villa Vinivera setzt man fast ausschließlich auf Holz. Der Ausbau der Weine erfolgt klassisch und man hält sich strikt an überlieferte Traditionen. Schwerpunkt der Produktion sind Rotweine der Rebsorten Cabernet, Merlot und Mavrud. Weiterhin werden kleinere Mengen Weißwein der Sorten Misket, Dimiat, Muskat und Rikiat angebaut. Gegen Abend erreichen wir Plovdiv an der Mariza, der zweitgrößten Stadt Bulgariens. Hotelbezug und Abendessen in einem guten Restaurant.
1 Übernachtungen im Hotel 4* in Plovdiv. (F/M/A)

4. Tag: Nach dem Frühstück unternehmen wir einen Rundgang durch die historische Altstadt von Plovdiv mit seinen malerischen Gassen, seinen Kirchen und Kaufmannshäusern. Besuch der Kirche Sveti Konstantin i Elena, der Dschumaja-Moschee und des antiken Amphitheaters aus dem 2. Jhd.
Die Besiedlung des heutigen Stadtgebietes begann vor mehr als 6000 Jahre v. Chr. Plovdiv ist daher eine der am längsten ununterbrochen bewohnten Städte Europas. Die Thraker gründeten als erste eine Stadt auf den drei Hügeln und nannten sie Evmolpia.
Die Römer brauchten mehr als zwei Jahrhunderte, um ganz Thrakien zu erobern, bis im Jahre 72 v. Chr. das ganze Gebiet um den Fluss Mariza unter ihrer Herrschaft stand. Die Stadt hieß nunmehr Trimontium (Drei-Hügel-Stadt) und wurde im 2. und 3. Jahrhundert die Hauptstadt der Provinz Thracia.
Lukian, der Grieche, nannte Plovdiv "die größte und schönste aller Städte Thrakiens".
Ein Bummel durch die sehr belebte Fußgängerzone rundet den Kulturbummel durch Plovdiv mit seinen schönen Jugendstilhäusern ab.
Anschließend Fahrt zum malerischen Batschkovo-Kloster, dem zweitgrößten Kloster Bulgariens. Es wurde 1083 von Grigorius Bacchuriani, einem bekannten byzantinischen Staatsmann gegründet und später mehrmals niedergebrannt. Im Original erhalten sind nur das Ossarium und die St. Archangelikirche. Wieder aufgebaut und restauriert bewahrt es Fresken auf, die zu den kostbarsten Werken der christlich-orthodoxen Malerei gehören.
Mittagspause in der Nähe des Klosters in einem netten Lokal.
Anschließend führt unsere Reise in die Thrakische Tiefebene, ein großes Weinbaugebiet mit ca. 40 Prozent der Rebflächen Bulgariens. Ein sehr sonnenreiches, für Rotweine ideales Gebiet mit rötlich dunkelbraunen bis leuchtend roten (Terra Rossa) Braunerdeböden. Besonders gut geeignet für die autochthone rote Rebsorte Mavrud. Weißweine spielen in diesem Gebiet eine nur sehr geringe Rolle.
In Parvomai verkosten wir daher im Weingut Zagrej hauptsächlich Weine der Rebsorte Mavrud. Eine Besonderheit des Weingutes ist ein nach der Methode „Blanc de Noir" ausgebauter „Weißer Mavrud". Weiterhin im Angebot sind Cabernet Sauvignon und Syrah.
Danach Fahrt durch die Oberthrakische Tiefebene Zentralbulgariens in die Region von Stara Zagora. Die feuchtwarme Frühlingszeit und warme Sommer mit ausreichend Niederschlägen machen dieses Gebiet zum Tal der Rosen und der Quelle guter Muskatweine wie dem Misket mit seinem zarten Muskatbouquet. 1 Übernachtung im Hotel 4* in Kazanlak. (F/A)

5. Tag: Kasanlak ist die größte Stadt im Rosental. Der heutige Ort wurde um 1300 n. Chr gegründet, um den nahgelegenen Schipkapass militärstrategisch gegen die vordringenden Osmanen abzusichern.
Allerdings ist der Ort als Siedlung schon wesentlich älter und reicht nachweislich in die Zeit der thrakischen Antike. Die frühen thrakischen Stammesverbände hatten bereits gesellschaftliche und staatliche Strukturen, deren Wirken über die Grenzen ihres Stammesverbundes weit hinausreichten. Der größte Staatenbund der Thraker, das Reich der Odrysen, existierte von Anfang des 5. bis Anfang des 3. Jahrhunderts v. Chr. Der griechische Geschichtsschreiber Thukydides schrieb, dass das Reich der Odrysen das wohlhabendste Land zwischen Adria und Schwarzem Meer sei.
Unweit der Stadt befindet sich das berühmte thrakische Grabmal von Kasalank. In dem einzigartigen Grabhügel wurde vermutlich im 4. Jahrhundert v. Chr. ein angesehener, namentlich unbekannter thrakischer Fürst bestattet. Das Grabmal besteht aus einem Vorraum, einem Gang und der von der Kuppel überdachten Grabkammer. Die Malereien an den Wänden sind von außergewöhnlicher Schönheit. Das Grabmal steht unter dem Schutz der UNESCO und gehört zum Weltkulturerbe der Menschheit.
Anschließend geht es weiter nach Schipka am südlichen Ausgang des gleichnamigen Gebirgspasses. Internationale Berühmtheit erfuhr das Dorf während des 7. Russisch-Osmanischen Krieges (1877-1878). In der Nähe der Stadt fand während des Krieges die wichtige Schlacht von Schipka statt. Als Gedenkstätte für die gefallenen russischen Soldaten wurde im Ort das eindrucksvolle Schipka-Kloster mit der Geburtskirche Jesu (auch Schipka-Gedächtniskirche genannt) erbaut, die wir besichtigen werden.
Nach unserer Besichtigung geht die Fahrt über den geschichtsträchtigen Schipkapass zum kleinen Weinort Bozhentsi am Rande der Donauebene mit ihrem gemäßigtes kontinentales Klima.
Folgende Rebsorten gedeihen hier besonders gut: Muskat Ottonel, Gamza, Cabernet, Sauvignon, Merlot und Pamid. Gekeltert werden vor allem trockene Weißweine, natürliche Schaumweine nach klassischer Art sowie hochwertige Rotweine, die dem Gaumen mit einem kräftig-fruchtigen Aroma und frischem Geschmack schmeicheln. Am späten Nachmittags Weinprobe mit anschließendem Abendessen im Weingut Liaskovets.
Abends erreichen wir dann unser Hotel 4* in Veliko Tarnovo. 2 Übernachtungen (F/M/A)

6. Tag: Malerisches Veliko Tarnovo - man fühlt sich um Jahrhunderte zurückversetzt. Die Hauptstadt des Zweiten Bulgarischen Reiches genießt eine einzigartige Lage. Hoch über dem Tal des zickzackförmig verlaufenden Jantraflusses schmiegen sich die blumengeschmückten weißen Häuser an den Fels. Auf einem Felssporn gelegen, geschützt durch einen schluchtartigen Flussmäander des Jantra, erhält der Besucher bei einem Spaziergang durch die engen Strassen der Altstadt einen romantischen Eindruck davon, wie es hier im Mittelalter ausgesehen haben mag.
In der Tsarevets Festung von Veliko Tarnovo folgen wir den Spuren der bulgarischen Zaren bevor wir weiter nach Russe an der Donau fahren. Im Weingut Leventa probieren wir erstmals Weine aus der Donauebene. Anschließend bringt uns der Bus zu den Felsenkirchen von Ivanovo (UNESCO Kulturerbe). In der Zeit vom 11. bis 14. Jahrhundert entstand hier, hoch über dem Steilufer des Russenski-Lom-Fluss, ein Zentrum intensiven geistigen Lebens mit mehr als 40 in den Fels gegrabene Kapellen und Eremitagen. 80 Mönche ergaben sich in dieser Umgebung einem asketischen Einsiedlerleben aus Selbstvertiefung, Einsamkeit und Schweigen. Sie lebten und starben in diesen Felsen und ernährten sich ausschließlich von Getreide, Waldfrüchten und Wurzeln. Gegen Abend erreichen wir wieder unser Hotel in Veliko Tarnovo.

7. Tag: Fahrt nach Pleven und kleiner Vormittagsspaziergang durch die Stadt. Anschließend besuchen wir die staatliche Lehranstalt für Weinbau und degustieren dort einige Weine.
Gegen Mittag erreichen wir das „Bötcherdorf Vrachesh". Bis zu den Zeiten des Sozialismus wurden hier in großem Stil in Familienbetrieben (ca. 200) große und kleine Weinfässer als auch Holzbehälter des privaten Haushaltsbedarfes hergestellt. Davon sind nur noch ca. 14 Betriebe übrig geblieben, die sich auf die Produktion von bulgarischen Barriquefässern spezialisiert haben und diese mittlerweile auch ganz erfolgreich ins europäische Ausland vertreiben. Wir besichtigen einen dieser Familienbetriebe, in denen mit „Feuereifer" gearbeitet wird. Wo gehobelt und gesägt wird, fällt auch eine Menge Verschnitt an. Unsere Böttcher nutzen die verbliebenen Holzspäne aus bestem Eichenholz zu einem zünftigen GRILLpicknick und laden uns dazu ein. Das dazu auch ein kräftiger bulgarischer Rotwein nicht fehlen darf, versteht sich wohl von selbst.
Gegen Abend erreichen wir wieder Sofia. Abendessen in einem typischen Restaurant mit Folklore. 1 Übernachtung im Hotel 4*. (F/M/A)

8. Tag: Nach dem Frühstück bleibt uns noch etwas Zeit für eine Stadtbesichtigung. Das Zentrum der allseits von Bergen umgebene Hauptstadt Sofia ist freundlich, gepflegt und überschaubar. Die Geschichte Sofias reicht Tausende von Jahren in die Vergangenheit zurück. Durch die Jahrhunderte gab die Stadt vielen verschiedenen Völker Unterschlupf. Jede dieser ethnischen Gruppen hat ihre Spuren in der Stadt hinterlassen und ihr ein Kapitel zu ihrer reichhaltigen Geschichte hinzugefügt. Wir besichtigen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie die Alexander Newski Kathedrale, das Nationaltheater und die Rotounde der St. Georgkirche aus dem 4. Jhd.
Am Nachmittag Transfer zum Flughafen und Verabschiedung von unserer Reiseleitung. „Do vishdane, Balgarija!" Abflug nach Frankfurt. (F)

 

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