Die Welt des Weins ist Groß und Rund und bietet von A wie Argentinien bis Z wie Zypern mit unseren Weinreisen so manch Überraschendes und Interessantes zu entdecken.

Winzer Studienreisen

FRANKREICH - Wein-Studien-Reise CHAMPAGNE

Auf den Spuren von „Dom Perignon“ und seiner Erben
Zusammenfassung:

Man nehme etwas Pinot Noir, etwas Pino Meunier und etwas Chardonnay, und – voila! – fertig ist der Champagner. Ganz so einfach ist das natürlich nicht. Die Kunst der Komposition dieser drei Rebsorten und der Arbeit im Keller machen den Unterschied. Diesen Geheimnissen ist unsere WINZER-Fach-Studien-Reise durch die nordfranzösische Champagne auf der Spur, bei der wir zahlreiche große und kleine Kellereien als auch die Lieblingswinzer Großer Staatsmänner und Lebenskünstler besuchen. Wir haben uns auf mehreren Erkundungsreisen intensiv in der Champagne umgeschaut um interessante und überzeugende Champagnerhäuser mit Profil kennen zu lernen. Fern der standardisierten Schaumweine, die zwar nach der klassischen Methode mit einer Flaschengärung nach Schema F produziert werden, aber letztendlich aus Mangel aus regionaler Typizität doch austauschbar sind. Gesucht und gefunden haben wir Champagnerhäuser mit erstaunlich günstigen, sauberen Schaumweinen bis hin zum unwiderstehlichen kalkig-salzig-mineralischen Grand Cru Brut Nature. Einem reizvollen Mix aus namhaften Weingütern und kleinen, wenig bis unbekannten Champagnerhäusern. Quasi eine „tour d'horizon“ durch die Champagne, bei der es uns darum ging, möglichst viele Typizitäten und Facetten des Champagners zu illustrieren. Kommen Sie mit – wir versprechen Ihnen ein „prickelndes Erlebnis!“

 
VinArTours Servicetelefon: (06321) 600 60 71
 
Zusammenfassung  ·  Ausführliche Info  ·  Reiseverlauf  ·  Leistungen  ·  Termine & Preise
Ausführliche Info:

Mit ihren Weinbaugebieten entlang der Täler von Marne, Aube und Seine ist die Region aufgrund ihrer geographischen Lage seit Jahrhunderten ein Durchgangsgebiet zwischen Nord und Süd und Schauplatz einer wechselhaften Geschichte. Mächtige Kathedralen und wehrhafte Kirchen, historische Stadtviertel, Festungen und malerische Dörfer legen beredet Zeugnis davon ab. Nicht wenige Seiten der französischen Geschichte wurden in der Champagne geschrieben. Von Ludwig VII bis Karl X. nahmen ab dem 13. Jh. Frankreichs Herrscher den Weg vom Bischofspalast zur Kathedrale, einem Meisterwerk der gotischen Baukunst, um dort die Insignien der Macht, Krone und Zepter, zu empfangen.
Große Baumeister verwirklichten architektonische Kunstwerke von der Gotik bis zum Jugendstil und an den Ufern der Seine stand die „Wiege des bewegten Lichts“  -  entwickelten Maler wie Claude Monet, Paul Cézanne, Camille Pissarro und Pierre Auguste Renoir die Kunstrichtung des Impressionismus.
Mönche errichteten Abteien und Klöster, sorgten für die Verbreitung der Landwirtschaft und des Weinbaus. Letztendlich war es auch ein Lothringer Mönch und Kellermeister, Dom Perignon, der Ende des 17. Jahrhundert den zunächst als "Teufelswein" bezeichneten Champagner den Weg in eine glorreiche Zukunft wies. Champagner war seitdem ein steter Begleiter der Reichen und der Schönen als auch berühmter Staatsmänner wie Napoleon, Zar Nikolaus, Queen Victoria, Churchill und selbstredend Charles-de-Gaulles, nach dem in der Champagne in fast jedem Dorf eine Straße benannt ist.

"Nach dem Sieg verdienst du ihn, nach der Niederlage brauchst du ihn."
(Napoleon)


Begleiten Sie uns auf den Spuren der Deutsch-Französischen Geschichte und der Champagnerkünstler. Auf eine Entdeckungsreise durch die Champagne, wobei Champagner der ideale „Treibstoff“ sein soll. Jedes Champagnerhaus besitzt seine geheimen Rezepte zur Herstellung dieses edlen Produktes. Das Spiel mit den Grundweinen und der Fülldosage, jedem Champagner seinen eigenen Charakter zu geben setzt großes Können und Erfahrung voraus. Neben einem bunten Kaleidoskop an Besichtigungen werden wir es nicht versäumen täglich bei großen und kleinen, berühmten und weniger bekannten Champagnerhäusern hereinzuschauen um dort einige der vielen Champagnerkreationen zu degustieren. Santé!

VinArTours Servicetelefon: (06321) 600 60 71
 
Zusammenfassung  ·  Ausführliche Info  ·  Reiseverlauf  ·  Leistungen  ·  Termine & Preise
Reiseverlauf:

1. Tag (So): 09:00 Uhr Begrüßung durch Ihren VAT-Weinkultur-Reiseleiter und Abfahrt per Reisebus ab Neustadt Weinstraße nach Epernay.
Epernay ist unbestritten die Hauptstadt des Champagners und berühmter Champagnerdynastien. Nach langer Fahrt werden wir uns ein wenig die Füße vertreten und entlang der „Avenue de Champagne“ bummeln. Eine echte Prachtstraße, gesäumt von sehenswerten Herrschaftshäusern, heute zum größten Teil Sitz der großen Champagner-Häuser. Namen wie Moët & Chandon, Perrier - Jouët, Pol Roger, Esterlin, Boizel prangen über den ehrwürdigen Eingängen.


Nachmittags unternehmen wir einen Abstecher in das malerische Dorf Hautvilliers, von wo epochale Entwicklungen für die Champagnerwelt ausgingen und sie revolutionierten.
In der Abtei Hautvillers lebte und wirkte im 17. Jhd. ein gewisser Dom Pérignon (1638*–1715+), der als Kellermeister des Klosters und Weinkenner durch und durch, die Methode zur Herstellung des unnachahmlichen Perlweins der Champagne perfektionierte und nebenbei die Herstellung von „weiß“ gekeltertem Wein erfand. Den „Blanc de Noir“, eine weitere Erfolgsgeschichte. Vom einstigen Benediktiner-Kloster steht nur noch die im 17. Jahrhundert erneuerte Abteikirche Saint-Sidulphe, in der heute noch eine Grabplatte an Dom Perignon erinnert. Auf dieser Grabplatte aus Marmor findet sich folgende Inschrift:


"Hier liegt Dom Perignon, 47 Jahre Kellermeister in diesem Kloster, für seine Dienste in unserer Gemeinschaft gebührt ihm großes Lob, er war Vorbild an Tugend und an seiner väterlichen Liebe für die Armen. Er starb in seinem 77. Jahr im Jahre 1715. Er ruhe in Frieden, Amen"


(Die Kirche befindet sich im Besitz des Champagnerhauses Moët & Chandon und kann leider nur an wenigen Tagen im Jahr besichtigt werden). Der Gründer des Champagnerhauses Claude Moet soll ein Freund von Dom Perignon gewesen sein. Ihm zu Ehren stellt Moët & Chandon heute einen seiner besten und bekanntesten Champagner her: den Dom Perignon.
Heute erzeugt nur ein kleiner Teil der Winzer in der Champagne selbst Champagner, die meisten verkaufen ihre Trauben an Negociants wie die großen Champagner-Häuser Gosset, Laurent Perrier oder Veuve Cliquot Ponsardin.
Im Schatten der großen Champagnerhäuser wirken jedoch auch kleinere bis kleine Winzer wie Joseph Desruets, die hervorragende Champagner produzieren.

Mit eigenen Weinbergen in den Premier-Cru-Lagen von Hautvillers kann das Weingut eine über die Jahre annähernd gleichbleibende Qualität seiner Schaumweine garantieren. Regelmäßig erhält er die Anerkennung durch Fachpresse und Weinführer (Le Figaro, Le Point, Guide Hachette, Gault Millau).
Als Einstieg in die Champagnerwelt ermöglicht uns Herr Desruet ein ganz besonderes Champagnererlebnis. Nach der Degorgierung, bei dem das  Hefedepot aus dem Flaschenhals entfernt wird, können wir uns mit „etwas Handarbeit“ eine persönliche Flasche Champagner mit eigener Dosage und persönlichem Flaschenetikett abfüllen.
Nach Einchecken im Hotel in Reims und einer kleinen Ruhepause treffen wir uns zum ersten gemeinsamen Abendessen. (A)

2. Tag (Mo): Heute geht es in die Weinbaugebiete des Marnetales. Historischer, z.T. blutgetränkter Boden. Hier prallten französische und deutsche Armeen im Verlauf der kriegsentscheidenden „Marneschlachten“ des mörderischen Bruderkrieges im September 1914 und Juli 1918 aufeinander. Sie wurden zu Symbolen zweier großer Abwehrschlachten, die Frankreich wiederholt vor einer schweren Niederlage bewahrten und bis heute „als Wunder an der Marne“ fest im Nationalgefühl der Franzosen verankert sind. Kein Dorf in der Champagne, dem nicht ein Denkmal an diese historisch bedeutsamen Tage gewidmet ist.
Dank der Bemühungen von Charles de Gaulles und Konrad Adenauer um eine Versöhnung zwischen den feindlichen Brüdern wurde in den vergangenen Jahrzehnten nach dem zweiten Weltkrieg eine echte Deutsch-Französische Freundschaft. Unübersehbar neigt man heute beiderseits der Grenze der Genusskultur mit gutem Essen und Trinken zu und fühlt sich freundschaftlich verbunden.

Unser erster Besuch gilt heute dem Weingut von Romain Mercier. Zweimal wurde im Krieg das Weingut und Chateau seiner Familie zerstört. Aber das ist für Ihn Geschichte. Heute sind wir gern gesehene Gäste, die seine vorzüglichen Champagner verkosten dürfen.

Anschließend besuchen wir bei Dormans eine Gedenkstätte an die Marneschlachten, Die "Chapelle de la Marne" erinnert stilistisch an die Kirche „Sacré-Coer“ in Paris. Sie bietet einen wunderschönen Panoramablick über das friedliche Tal der Marne mit ihren Weinberglagen.

Nach einer kurzen Besichtigung bringt uns der Bus zum Weingut von Herrn Jean Hû. Herr Hû war früher in der Gastronomie und Küchenchef, bevor er sich auf die Produktion von Champagnern verlegte. Eine Passion, der er mit Können und Leidenschaft nachgeht. Lassen wir uns von seinen Champagnern überraschen, die er uns in Verbindung mit einem leichten Déjeuner (Mittagessen) servieren wird.

Wir verlassen das Marnetal und fahren weiter nach Fleury-le-Rivièr. Neben den Champagnern von Familie Legrand erwartet uns hier eine ganz besondere Überraschung. Bei Erweiterungsarbeiten für seinen Champagnerkeller stieß Patric Legrand auf eine ganz besondere geologische Formation. 30 Millionen Jahre alte marine Sedimente des Mittleren Lutetium, als das „Pariser Becken“ ein flaches, tropisches Meer mit einer mannigfachen Meeresfauna war. Vor allem riesige Mollusken (Meeresschnecken) schienen hier optimale Lebensbedingungen gefunden zu haben. Den Stollen hat er mittlerweile auf fast 200 m Länge erweitert und zu einem privaten Museum ausgebaut, an dessen Seitenwände die fossilen Schnecken herausragen.
Eine ganz besondere Versteinerung kam bei den Grabungsarbeiten zufällig mit ans Tageslicht. Das Blatt einer „Wildrebe“, die schon damals an den Bäumen in den sumpfigen Niederungen des Beckenrandes emporrankte. Die Ton- und Kalkhaltigen Meeressedimente prägen heute auch das Terroir seiner Weinberge. Freuen wir uns auf eine spannende Champagnerprobe. Anschließend Rückfahrt ins Hotel in Reims. (F/M)

3. Tag (Di): Vormittags geht es an die Côte-des-Blancs, südlich von Epernay. Dort ist der Chardonnay König. Er ist für die Eleganz und die Feinheit des Champagners verantwortlich. Teilweise wird der hiesige Champagner als „Blanc de Blanc“ sogar ausschließlich aus Chardonnaytrauben hergestellt.
Für viele hört die Côte des Blancs bereits knapp hinter Vertus auf. Was daran liegt, dass es hier kaum mehr berühmte Lagen und Winzer gibt. Kein Wunder, dass Champagner aus Sézanne, Congy und Villesvenard, im so genannten Sézannay, unter Champagner-liebhabern so gut wie unbekannt sind.  Die Trauben, die hier auf immerhin ca. 2.500 Hektar gedeihen, werden hauptsächlich von den großen Champagnerhäuser bewirtschaftet oder aufgekauft.
Aber es gibt mittlerweile Winzer, die sich aus der Rolle des bloßen Traubenlieferanten für die Champagnerindustrie befreien. Ihre durch langfristige Lieferverträge gesicherten Existenzen für ihre persönliche Freiheit und z.T. waghalsige Weinprojekte aufgeben.
In dieser „recht unbekannten Champagne“, haben sich mittlerweile einige Winzer etabliert, die bestimmt bald von sich reden machen werden.
Zum Beispiel Sabine und Xavier Charbau, die jetzt in dritter Generation das Weingut führen. Ihr Millesime 2013 z.B. überzeugt durch viel Mineralität, ist sehr fokussiert, voll aber nicht schwer und wunderbar balanciert. Großes Kino! Uns erwartet eine spannende Champagnerverkostung!

Nach der Verkostung besichtigen wir bei Mondement ein weiteres sehr eindrucksvolles Denkmal zur ersten Marneschlacht von 1914. Ein riesiger Monolith, 33 m hoch und aus rotem Granit gehauen, überragt er die kleine Kirche des Ortes und steht als Denkmal „Für jene Männer, die seit ewigen Zeiten aufgestanden sind gegen jene, die versuchten unser Land zu überfallen“. Ironie der Geschichte. Das Denkmal wurde 1939 fertig und aufgestellt. Kurz vor Ausbruch des 2. Weltkrieges!

Am späten Vormittag erreichen wir Sézanne, die Hauptstadt des Sézannais. Hier erwartet uns Familie Pinar in Ihrem Weingut. Neben ihrem Weingut managen sie auch noch die kleine Kooperative des Ortes. Ihre Champagner müssen sich wirklich nicht vor den großen Namen im Norden der Champagne verstecken. Qualität und Preis ihrer Champagnercreationen machen Champagne Pinar zu einer sehr guten Adresse.
Da es mittlerweile Mittag ist verwöhnt uns die Familie mit einem leichten Mittagessen mit den dazu passenden Champagnern.

Nach der Mittagspause bringt uns der Bus nach Troyes, der südlichen Capitale der Champagnerwelt.

Troyes, die alte Provinzhauptstadt der Region, hat ein gut restauriertes mittelalterliches Stadtzentrum, dessen Grundriss bzw. die mittelalterliche Stadtumwallung der Form eines Champagnerkorkens gleicht. Besonders sehenswert sind ihre engen Gassen und alten Bürgerhäuser sowie gotischen Kirchen und Innenhöfe aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Im Rahmen eines kleinen Rundganges durch die Stadt können wir uns ein eigenes Bild davon machen.

Nachmittags fahren wir hinauf ins Winzerdorf Montgueux. Die Lage und der kleine Weinort sind schon sehr erstaunlich, weil drum herum zwischen der Côte des Blancs und Côtes des Bar kein Champagne erzeugt wird und Montgueux erst seit den Sechzigern Champagne-Status besitzt. „Montgueux, das ist der Montrachet der Champagne“, mit diesem Ausspruch wurden die Weinberge und Champagner des Ortes von Daniel Thibault, einem berühmten Kellermeister von Charles und Piper-Heidsieck, einst geadelt. Seitdem sind Champagner aus Montgueux bei Kennern sehr gefragt.
Fast 90% der knapp 200 Hektar Weinberge sind mit Chardonnay bestückt. Ein exzellentes Terroir mit feinstem Kreideboden, auf dem diese Rebe besonders gut gedeiht. Montgueux nimmt somit als Chardonnay-Hochburg eine deutliche Sonderstellung ein. Da die Lagen zu 80% in Besitz von Negociants (Großabfüller) sind, sind die wenigen Flaschen Winzerchampagner, die dort entstehen, heiß begehrt. Freuen wir uns auf eine Champagnerweinprobe auf dem Hügel von Montgueux!
Bei einer bemerkenswerten Winzerfamilie wie z.B. den Corniots, die perfekt die Besonderheiten dieses von Kreide geprägten Hügels herauszuarbeiten wissen. Ihre Champagner (alles BIO) zeichnen sich durch helle Fruchtaromen von Orangen, Zitrus und tropischen Früchten aus, sind dabei immer kristallin und oft etwas salzig.
Am frühen Abend Rückfahrt ins Hotel. (F/M)

4. Tag (Mi): Den heutigen Vormittag verbringen wir in Reims und besichtigen das berühmte Champagnerhaus Veuve Clicquot-Ponsardin. Für Champagnerliebhaber natürlich besonders interessant ist das unterirdische Reims – ein Netzwerk an Kellergewölben der großen Champagnerhäuser, die Reims zu Weltruhm brachten. Das berühmte Haus Veuve Clicquot in Reims besitzt z.B. ein 24 Kilometer langes Kellerlabyrinth. Bei frischen 12 Grad lagern hier Millionen von Flaschen 20 Meter unter der Erde.
"Wie lieb und luftig perlt die Blase der Witwe Klicko in dem Glase".
(Wilhelm Busch)

Die Geschichte des Champagners ist eng verbunden mit der Geschichte zweier berühmter Witwen. Der Witwe Clicquot und der Witwe Pommery.
Wir besichtigen heute einen Teil des Champagnerimperiums, das auf das Wirken von Barbe-Nicole Clicquot-Ponsardin zurückzuführen ist und heute zur Unternehmensgruppe des französischen Konzerns LVMH gehört.
Früh verwitwet (mit 27 Jahren), übernahm Sie die Geschäfte des Unternehmens, das bis dahin ca. 110.000 Flaschen im Jahr umsetzte. Als sie 1866 mit 89 Jahren starb, verkaufte die Firma 750.000 Flaschen jährlich. Zeit Ihres Lebens trank Sie gern und viel Champagner und war eine der erfolgreichsten Frauen des 19. Jahrhunderts. Sie verdiente viel Geld – sehr viel Geld – mit Champagner. 
Im Rahmen einer Führung steigen wir hinab in die historischen Kellergewölbe von Veuve Clicquot, deren Anfänge bis in die Römerzeit reichen. Anschließend erhalten wir eine Präsentation des Unternehmens und verkosten zwei Champagner des Hauses. Ein « Carte Jaune brut » sowie ein « Cuvée de Prestige Grande Dame ».

Nach der Mittagspause geht es weiter nach in Ay zu Champagne AYALA. Seit seiner Gründung (1860), entwickelte sich das Haus zu einem großen Namen, sowohl in Frankreich als auch in Übersee. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Ayala der Pionier bei der Einführung der trockenen Ausbauweise, welche zu dieser Zeit noch unüblich war. Ayala ist bis heute weltweit bekannt für seine frischen und eleganten Weine.
Champagne Ayala war stets ein unabhängiges und familiengeführtes Unternehmen. Nach einer Zeit des Stillstands erwarb die Familie Bollinger 2005 das kleine aber feine Champagnerhaus, um es zu alter Stärke zurückzuführen.
Champagne Ayala ist bekannt für seine herausragende Qualität und den sehr individuellen Stil, der sich durch Frische und Eleganz ausdrückt. Einige Elemente, die den einzigartigen Stil Ayala’s begründen, sind seine chardonnaylastigen Cuvées, präzise Vinifizierung in kleinen, temperaturregulierten Edelstahltanks sowie eine niedrige bis sehr niedrige Dosage. Jede Stufe des Weinmachens wird vor Ort durchgeführt. Von der Vinifizierung bis hin zum Versand, der Reifung, dem Rütteln, dem Degorgieren, der Etikettierung sowie der Veredelung. Die 2 Kilometer langen Gewölbekeller beheimaten fast 2,5 Millionen Flaschen, welche langsam in den jahrhundertealten Kellern der kalkhaltigen Hänge reifen. Seit 2011 ist Caroline Latrive „Kellermeisterin“ des Hauses Ayala und dafür verantwortlich, den Stil des Hauses beizubehalten. Bei einer Verkostung können wir uns von ihrem Können überzeugen.

Nachmittags geht es hinauf in die Montagne de Reims („Wein“-Berge von Reims), eines der größten Weinbaugebiete der Champagne. Eine Fahrt mit schönen Panoramablicken über das Rebenmeer, aus dem die „Moulin de Verzenay“ (Windmühle von Verzenay - heute im Besitz des Champagnerhauses Mumm) sowie der "Phare de Verzenay" (Leuchtturm von Verzenay) herausragen. Von beiden Gebäuden hat man eine schöne Aussicht bis nach Reims.

Verzenay gehört zu den 17 Grand Cru-Gemeinden der Champagne. Die größten Champagner-Häuser wie Bollinger, Lanson oder Roederer bauen hier auf den Lagen von Verzenay ihre Trauben an. Uns zieht es jedoch zu einem der kleineren, noch etwas unbekannteren Champagnerhäusern im Ort. Zu Champagne Hugues Godmé, einem der noch recht seltenen BIO-Winzer in der Champagne. Hugues Godmé baut in fünfter Generation Champagner in Verzenay an. Er besitzt 11 ha, verteilt auf 80 verschiedene Parzellen in fünf Orten in den nördlichen Montagne de Reims. Bislang wird der größte Anteil der Champagner in Emaille Tanks ausgebaut und durchläuft keine malolaktische Gärung. Alle Parzellen werden separat oder in kleinen Gruppierungen vinifiziert (kleine Lagen mit ähnlichem Terroir). 40% der Produktion reift in Eichenfässern, in Zukunft soll dieser sogar Anteil weiter ausgebaut werden. Die Champagner werden nicht filtriert. Champagner Godmé ist bestimmt noch einmal ein weiterer Höhepunkt. Freuen wir uns auf interessante Gespräche und Verkostung. Anschließend Rückfahrt nach Reims ins Hotel. (F/M)

5. Tag (Do): An der Côte-des-Bar, oder kürzer Aube, im Südosten der Stadt Troyes, dominieren unabhängige Winzer die Champagnerszene. Ein Experimentierfeld selbstbewusster Winzer, die in ihrem Département Aube, einer weiteren kaum bekannten Ecke der Champagne, eigenwillige Champagner erzeugen. Neben den Hauptrebsorten findet man viel häufiger als anderswo auch Pinot Blanc, Pinot Gris, Arbanne oder Petite Meslier und – es gibt Winzer (wie z.B. Oliver Horiot), die daraus eigenständige, teils höchst charaktervolle Weine formen! Hier findet man keine Grand und Premier Crus, keine großen Champagnerhäuser wie im Umfeld der Champagner-Hochburgen Reims und Epernay, sondern eher kleinere Familienunternehmen.
Wie überall in Europa hat auch in der Aube eine junge, dynamische und gut ausgebildete Winzergeneration das Ruder übernommen und produziert mittlerweile Champagner, die sich nicht vor den nördlichen Brüdern  verstecken müssen. Mit 22% des gesamten Anbaugebietes erzeugt die Region Aube mittlerweile ein Viertel der 300 Millionen jährlich in der ganzen Welt verkauften Champagnerflaschen!

In knapp zwei Stunden bringt uns der Bus in die Weinbaugemeinde Ville-sur-Arce im Herzen der Côte des Bars. Auf einer Fläche von 223 ha (198 ha Pinot-Noir / 16 ha Chardonnay / 5 ha Pino-Meunier / 4 ha Sonstige Reben) produzieren hier 84 Winzer als Maison de Vignerons (Kooperative) sehr empfehlenswerte Champagner. Die Flaggschiffe der Genossenschaft sind ein Cuvée Première Brut (60% Pinot Noir und 40% Chardonnay), ein Cuvée Confidences Brut (Blanc de Noir von 100% Pinot Noir) sowie ein Millésime 1995 (Bland de Blanc), die voll das spezielle Mikroklima und die Böden des Arce-Tales widerspiegeln.

Nach Besichtigung und Weinprobe geht es weiter nach Les Ricey, der südlichsten Gemeinde innerhalb des Anbaugebiets Champagne. Les Riceys ist mit 288 Winzern und 866 Hektar, hauptsächlich Pinot Noir, die größte Weinbaugemeinde der Champagne. Als Superlativ kann sie gleichzeitig 3 AOC-Sorten vorweisen: Champagner, die Coteaux Champenois Weine und den Rosé des Riceys, einer der Lieblingsweine Ludwig XIV.

So finden sich hier Winzer, die beides ernsthaft betreiben. Die Produktion von Stillwein und von Champagner. Was wirklich sehr ungewöhnlich für die Champagne ist.
Einer der neuen jungen Talente in Les Riceys ist Oliver Horiot. Betritt man seinen Weinkeller so springt einem sofort die Vielzahl der Burgunderfässer ins Auge. In jedem Fass befindet sich eine einzigartige Cuvée, denn jede Parzelle wird einzeln gelesen, gepresst und vinifiziert. Horiot pflegt den im nahen Burgund parzellenweise Ausbau des Weins nach Climats und ist überzeugt, dass diese Methode auch in der Champagne zu den besten Ergebnissen führt.
Die pittoresken Dörfer der Côte-des-Bar, welche heute die Touristen verzücken, waren schon im 19. Jhd. ein Anziehungspunkt für Maler, Schriftsteller und Musiker, die dem Großstadtleben entfliehen wollten und hier zwischen Weinbergen und Bauerndörfer ihre Ruhe suchten. Einer von Ihnen war der berühmte Impressionist Pierre A. Renoir.

„Ich bin gerne unter Winzern, weil sie so großmütig sind“ (Pierre Auguste Renoir)

Renoir z.B. liebte es gesellschaftliche Anlässe darzustellen und Lebensfreude in Bilder umzusetzen.
Renoir ist möglicherweise der vielseitigste Künstler seiner Epoche. Als er 1919 in Essoyes stirbt, hinterlässt er eine Fülle von Landschaftsbildern, Stillleben, Porträts von Erwachsenen und Kindern, Aktbilder, Bilder vom Tanzvergnügen und vom Familienleben. Die sinnliche Heiterkeit seiner Bilder schlägt fast jeden Betrachter in seinen Bann und ist wohl der wichtigste Grund für seine überaus große Popularität.
Auf seinen Spaziergängen auf dem Land stellte er besonders gerne seine Staffelei am Flüsschen Ource auf. Eingenommen vom Licht und von der Athmospäre wählte er das Dorf Essoyes im Tal der Ource 1895 zu seinem Wohnsitz. Auf dem Dorffriedhof fanden er und weitere Mitglieder seiner Familie auch ihre letzte Ruhestätte.
Wir halten zur Mittagszeit in Essoyes in einem netten Restaurant direkt am Ufer der Ource.

Das Experimentieren mit den „Cépages oublié“ – den vergessenen Rebsorten – entwickelt sich so langsam aber sicher zu einer Spezialität der Winzer an der Côte-des-Bar. Etwa 1% der 7000 Hektar Rebflächen sind schon wieder mit alten „Exotensorten“ wie Petit Meslier und Arbanne bestückt. Einen dieser Winzer, Michel Drappier, dessen Familie schon seit 200 Jahren im Weinbau tätig ist, besuchen wir im Weindorf Urville.

Eine der Spezialitäten des Hauses Drappier ist ein ganz besonderer Champagner namens „Quattuor“, ein „Blanc des quatre Blancs!“ Ein Champagner aus 4 weißen Sorten – Blanc Vrais bzw. Pinot Blanc, Petit Meslier, Arbanne und Chardonay. Eine weitere Spezialität ist sein „Brut Natur“, ein Champagner auf Basis von Pinot Noir, der ganz ohne Dosage ausgebaut wird. Und dann wäre da noch das wohl bemerkenswerteste Produkt Drappiers. Ein ganz ohne Schwefelzugabe gemachte Brut Nature sans soufre. Ein bemerkenswerter Versuch auf diese Weise, die Vielseitigkeit seiner Lagen und seiner Ausbaumethoden zur Geltung zu bringen. Lassen wir uns bei einer spannenden Champagnerprobe überraschen.
Und wer möchte, kann sich eine der „ganz gewichtigen Bouteillen“ des Hauses mit nach Hause nehmen. Von der ¼ Flasche mit 0,2 L bis zur „übergewichtigen“ Melchisédec mit 30 L Inhalt wird jede Flaschengröße angeboten. Ganz besonders bemerkenswert: Das Haus Drappier ist das einzige, das die zweite Gärung, das Rütteln und das Degorgieren für jede Flasche einzeln durchführt, von der halben Flasche bis zum Melchisédec. Diese traditionelle Technik garantiert außergewöhnliche Frische und feine Schaumbildung.

Charles de Gaulle, der ein kenntnisreicher Feinschmecker und Connaisseur edler Champagner war, kam als Freund und Nachbar des Öfteren aus Colombey-les-Deux-Eglises herüber um seinen Weinkeller mit den besten Cuvées des Hauses Champagne Drappier zu bereichern. Champagne Drappier wurde die Ehre zuteil, von Charles de Gaulle für seine privaten Empfänge in Colombey-les-Deux-Eglises ausgewählt zu werden, bei denen er seinen Gästen einen aromatischen und authentischen Champagner bieten wollte. Wen wundert es, wenn deshalb auch  konsequenterweise ein „Cuvée Charles de Gaulle“ das Angebot bereichert. Die Cuvée Charles de Gaulle ist immer ein Jahrgangswein. Sie besteht zu 80% aus Spätburgunder und zu 20% aus Chardonnay.

Da wir schon den Lieblingschampagner des großen Staatsmannes und Europäers verkosten, ist es naheliegend, dass wir uns einmal anschauen, wo er privat als Mensch gelebt hat. Charles de Gaulle, damals noch Regimentskommandeur, erwarb 1934 ein Landhaus mit großem Garten im 24 Km entfernten Colombey-les-deux-Églises, verkehrsgünstig gelegen zwischen Paris und den Garnisonen im Osten des Landes. Das Anwesen, La Boisserie genannt, stellte Zeit seines Lebens für Ihn und seine Familie einen Ort der Ruhe und des Friedens dar. Ein Ort, wo er der großen Politik den Rücken kehren konnte. Der einzige Politiker, der ihn dort privat besuchen durfte, war im September 1958 Konrad Adenauer!

Seit 1980 ist der Familiensitz als Museum und Gedenkstätte der Öffentlichkeit zugänglich. Die drei Empfangsräume und das Büro sind weitgehend so erhalten, wie sie waren, als er dort lebte. Regale voller länderkundlicher Literatur, Gastgeschenke von offiziellen Staatsempfängen, Arbeitsutensilien, man könnte das Gefühl bekommen, der große Staatsmann hätte nur eben mal das Zimmer verlassen. Das Haus ist nun ein Ort der Erinnerung der berührt. Charles de Gaulle und seine Frau wurden auf dem Friedhof von Colombey-les-deux-Églises in einem schlichten Familiengrab beigesetzt. Wenn uns noch etwas Zeit verbleibt können wir dort gerne kurz vorbeischauen. Nach einem langen und ereignisvollen Tag erreichen wir am Abend wieder unser Hotel. (F/M)

6. Tag (Fr): Stadtspaziergang und Besichtigung von Reims, der  „königlichen Stadt“. Seit der Taufe des Merowingerkönigs Clovis im V. Jahrhundert wurden zwischen 893 bis 1825 insgesamt 33 Könige Frankreichs in dieser Stadt gekrönt. 25 der Zeremonien fanden in der 1211 gegründeten Kathedrale Notre-Dame statt. Mit ihrer wundervollen Kathedrale (Unesco-Weltkulturerbe), ein wahrlich beeindruckendes Juwel französischer Gotik, ist sie ein kultureller Höhepunkt unserer Reise. (F)

14:00 Uhr: Rückfahrt nach Deutschland. Ankunft in Neustadt ca. 19:00 Uhr.

VinArTours Servicetelefon: (06321) 600 60 71
 
Zusammenfassung  ·  Ausführliche Info  ·  Reiseverlauf  ·  Leistungen  ·  Termine & Preise
AGB  ·  Reisebedingungen  ·  Reiserücktritt  ·  Buchungsfax
Leistungen:

Unterbringung im Standort-Hotel 4* mit HP (F/A) bzw. (F/M), Begleitbus während der gesamten Reise, alle Weinproben und Besichtigungen laut Programm, deutschsprachige VAT-Reiseleitung durch Dr. Jochen Hamatschek und Rudolf Hoffmann. Nicht eingeschlossen: Eintrittsgelder
Hinweis: Die Auswahl der genannten Weingüter und Hotels kann sich betriebs- und terminbedingt ändern. In diesem Falle bieten wir gleichwertige Alternativen. Wegen des jeweils sehr umfangreichen Tagesprogrammes und teilweise größerer Fahrstrecken beginnen wir unsere Tagestouren jeweils um 08:00 Uhr. Die Halbpension besteht z.T aus F/A = Frühstück + Abendessen im Hotel bzw. F/M = Frühstück im Hotel + Mittagsessen unterwegs in Weingütern und Restaurants.

Reisetermine und Preise:
FRANKREICH - Wein-Studien-Reise CHAMPAGNE
Preis:1380,- EUR ab / bis Reims (Indiv. Anreise ab / bis Hotel in Reims mit erstem Abendessen und letztem Frühstück).
1430,- EUR mit Bus ab / bis NEUSTADT  und ALZEY 
EZ-Zuschlag: + 190,- EUR
Termin:FR-WECH  18.08.2019 - 23.08.2019
 FR-WECH  17.11.2019 - 22.11.2019
Teilnehmer:8 bis 20
VinArTours Servicetelefon:
(06321) 600 60 71
 
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne
Weinreise Champagne