Die Welt des Weins ist Groß und Rund und bietet von A wie Argentinien bis Z wie Zypern mit unseren Weinreisen so manch Überraschendes und Interessantes zu entdecken.

Italien

Italien

Weinerlebnisreise A in Südtirol

Buddhas, Burgen und Blauburgunder
Zusammenfassung:

Hier die fesselnde, schneebedeckte Bergwelt der Alpen, dort die mediterran anmutenden, hügeligen Landschaften der Wein- und Obstgärten - das ist Südtirol. Wohl kaum eine andere Gegend Europas ist von so attraktiven Gegensätzen geprägt. Eine bunte und vielfältige Kulisse zwischen der lombardisch-venetianischen Tiefebene im Süden und den Höhen des nördlich gelegenen Tirol.
Nur rund neun Prozent der Gesamtfläche Südtirols befinden sich unter 800 m Meereshöhe. Hier wachsen im besonders begünstigten Klima die Weine des Landes.

 
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Ausführliche Info:

Im Norden bilden die Alpen einen schützenden Wall vor kalten Winden. Von Süden her macht sich der milde mediterrane Einfluss bemerkbar. An die durchschnittlich 1.800 Sonnenstunden sorgen jährlich dafür, dass sich die Weinrebe hier ausgesprochen wohl fühlt. Eine gute Verteilung der Niederschlagsmengen sowie lockere, gut durchlüftete und leicht erwärmbare Böden - vorwiegend Kalkböden und Ablagerungen von eiszeitlichen Moränen und von Flüssen - tragen zur hohen Traubenqualität bei.
In der reizvollen Landschaft Südtirols fanden die Reben schon vor Jahrtausenden natürliche und ideale Voraussetzungen um zu gedeihen. Funde von Traubensamen bezeugen die Existenz der Rebe schon in der Eisenzeit. Spätestens seit 15 v. C., als die Legionen Roms unter Führung ihres Feldherrn Drusus dieses Land eroberten, wird in Südtirol Weinbau aktiv betrieben. Den größten Aufschwung erfuhr das Wein-Land Südtirol erstaunlicherweise nach dem Fall des römischen Reiches und der darauffolgenden Besiedelung durch die „Bajuwaren!?!" Der Weinbau bekam neue Strukturen, Impulse und Märkte. Im Mittelalter gelangte der Weinbau zur höchsten Blüte. Wein war Medizin, Hauptgetränk und wurde dem Wasser beigemischt, um es „trinkbarer" zu machen. Der große Niedergang erfolgte ab Ende des 19. Jahrhunderts durch die Reblaus und den neuen Pilzkrankheiten. Erst nach Überwindung dieser großen Hürden ging es wieder langsam bergauf. Als Südtirol 1919 zu Italien kam, bedeutete dies die nächste Krise für den Weinbau. Die nördlichen Absatzgebiete waren verloren, Italien hatte selbst viel Rotwein, und die Schweiz wurde nun ein großer Abnehmer der Weine Südtirols. Mit der Zeit wurden auch Österreich und Deutschland wieder dazu gewonnen. Anfangs der 80er Jahre brach der Markt am Höhepunkt der Vermarktung von Durchschnittsweinen und Massenware zusammen. Und das war gut so! Nur Nostalgiker trauern noch den mächtigen 2 ½ L-Flaschen Kalterer See nach. Heute setzt man auf Qualität und besondere einheimische Sorten wie den „Lagrein". Südtirol ist inzwischen zu einem Weinland von internationaler Spitzenqualität geworden - wo alte Weinkultur zu finden ist!
In Südtirol stehen heute etwa 5.000 ha Reben, die von 5.000 Einzelbetrieben bewirtschaftet werden und eine Jahresernte von ca. 650.000 Hektolitern einbringen.
Neben der Produktion von Vernatschweinen ist Südtirol heute vor allem für die Qualität seiner würzigen und fruchtigen Weißweine bekannt. In mehr als 45 Prozent der Südtiroler Weinberge wachsen weiße Rebsorten. Die Tendenz ist steigend. Ruländer / Pinot Grigio, Weißburgunder und Chardonnay stehen bei den Weißweinen in Südtirol mit rund 60 Prozent Mengenanteil an der Spitze. Nirgendwo in Italien ergeben aber auch die anderen weißen Sorten wie Gewürztraminer, Silvaner, Müller-Thurgau, Riesling, Sauvignon, Veltliner oder Kerner so fruchtig-frische, typische und charaktervolle Weine. Die Zukunft der Südtiroler Weine liegt daher ganz eindeutig bei den Weißweinen. Darauf schwören Kellermeister und Weinfachleute.
Knapp 55 Prozent der gesamten Rebflächen Südtirols sind mit roten Rebsorten bepflanzt. Der Vernatsch spielt dabei mengenmäßig nach wie vor die wichtigste Rolle. Er ist die typischste und am meisten verbreitete Rebsorte, aus dem der Kalterersee gewonnen wird, der Südtiroler Rotwein par excellence. In „Weinkennerkreisen" zwar immer noch gerne belächelt und oft als Roséwein abgetan, der nur so tut als wäre er ein Roter, verbindet er in seiner Bestform jedoch Feinheit mit Tiefe. Wegen seines geringen Säuregehalts und seiner minimalen Tanninanteile ist er sehr mild und bekömmlich. Erstklassige Südtiroler Vernatsch, Kalterersee oder St.-Magdalener sind Weine für jeden Tag - aber für Weintrinker, die auch an ihre Alltagsweinen gewisse Ansprüche stellen.
International aufhorchen lassen immer wieder die „großen Roten" aus Südtirol - von den charaktervollen Lagrein bis hin zu den ausdrucksstarken Cabernets.
Die Weine aus Südtirol haben in den letzten Jahren eine Renaissance erlebt wie nie zuvor. Junge engagierte Winzer bringen jedes Jahr für Jahr exzellente Tropfen auf den Markt und gewinnen Spitzenpositionen und Auszeichnungen in Italien und international. Die Durchschnittsqualität der Weine ist auf einem Niveau, wie man es in ganz Italien nicht wieder findet. Bestätigung hierfür ist, dass 90% der Südtiroler Weine, die von der Jury des von Gambero Rosso und Slow Food herausgegebene Weinführer „I Vini d'Italia 2007" degustiert wurden, mindestens ein "Glas" erhielten.
Südtirol, dessen Anteil an DOC-Weinen über 80% beträgt (ital. Durchschnitt ist 10%) gehört zweifelsfrei zu den großen europäischen Weinbauregionen.
Eingebettet in eine atemberaubende Landschaft erkunden wir auf unserer Weinreise eine der ältesten Weinbauregionen des deutschsprachigen Raums und verbinden dies alles mit Besichtigungen von Weingütern sowie kulturellen als auch landschaftlichen Höhepunkten.

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Reiseverlauf:

1. Tag: Individuelle Anreise nach Bozen per Bahn, Flugzeug, Pkw bzw. Shuttlebus ab München HBF.

2. Tag: Umrahmt von Wein- und Obstgärten liegt die Landeshauptstadt Bozen am Zusammenfluss von Etsch und Eisack inmitten des breiten Bozner Talkessels. Ihr Ruhm als Weinstadt wird auch heute noch durch zwei autochthone Weine, den St. Magdalener und den Lagrein begründet.
Der Magdalener ist ein Wein, der seinen Namen dem entsprechenden Hügel an der Nordpforte Bozens verdankt, der ein echter Weingarten ist. Er besteht aus einer Mischung von Vernatsch mit kleinen Lagrein- oder Blauburgundermengen, die einen harmonischen und ausgeglichenen Wein ergeben, der wegen seiner Purpurfarbe und seinem Duft nach reifen Kirschen, Veilchen und Mandeln sehr beliebt ist.
Der Lagrein war schon im Mittelalter bekannt. Seine Farbe ist ein leuchtendes, starkes Rot mit Granatrubinreflexen, der Geschmack ist vollmundig rund mit Waldbeergrundtönen, Tabakanklängen und einem leichten Kakaoduft.
Zu den besten Weinlagen Südtirols gehören seit frühester Zeit die Hügel- und Steillagen des St. Magdalena-Gebietes am Ritten, dem Hausberg und Sommerfrische der Bozener. Durch seine Lage mit hauptsächlich nach Süden ausgerichteten Hängen ist er komplett mit Weinbergen bedeckt. Von den gut durchlüfteten, leicht erwärmbaren Moränenschutt-Böden aus Porphyr- und Dolomitenmaterial stammen die bereits im Mittelalter erwähnten "Botzner Weine", auch als "Bozenäre" und "Poczner" bekannt.
Der "Bozenär" wurde im Prager Edikt von 1370 zu einem der fünf besten Rotweine deklariert. Die tiefgründigen und gut durchlüfteten Geröll- und Schuttböden in der warmen Ebene und die sandig-lockeren auf den sonnendurchfluteten Hanglagen garantieren bestes Lesegut und bieten alle Voraussetzungen für einen vielfältigen Anbau.
Die traditionelle Erziehungsform der Pergel wird fast ausschließlich dem St.Magdalener vorbehalten, alle anderen Sorten werden mehr und mehr auf Drahtrahmen erzogen.
Fahrt von Bozen hinauf auf den Ritten. Eine geomorphologische Sehenswürdigkeit erster Güte sind die berühmten Erdpyramiden des Ritten, den größten und schönsten in ganz Südtirol.
Erdpyramiden entstehen in Moränen-Hängen mit geeignetem Steinen bzw. Felsblöcken und geschützter Lage gegenüber Winden; meist in Waldnähe. In einem Wechsel von einzelnen, ergiebigen Regenfällen mit erheblichen Trockenzeiten wird der Hang vom Regen zerfurcht und in ein Gewirr von Kegeln und Pfeilern aufgelöst.
Zur Herausbildung der Erdpyramide aus der Steilwand bedarf es eines Felsblockes, der geeignet ist, das darunter liegende Material hart und trocken zu erhalten. Die Größe der späteren Pyramide hängt auch damit zusammen, wie hoch die Steilwand hinaufreicht und in welcher Höhe sich der spätere Deckstein befindet.
Auf dem Ritten befinden sich mehrere Felder dieser sehenswerten Erdpyramidenfelder. Eines davon werden wir besichtigen.

Anschließend geht es zu unserer ersten Weinprobe bei Rainer Loacker auf dem Weingut Schwarhof, der hier der seit 1979 als „Ökopionier" biologischen Weinbau betreibt. Der Schwarhof wurde 1334 das erste Mal erwähnt und spiegelt mit dem Schwarhof-Roten aus St. Justina alte Weingeschichte und Tradition wider.
Die Reben werden in Terrassenbau mit Pergola und Spaliererziehung im Guyot-System auf Böden mit Löß- und Gletscheraufschüttungen in Südhanglage angebaut. Hauptsächlich rote Sorten wie Vernatsch, Grauvernatsch, Lagrein, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot und Blauburgunder. Weiterhin weiße Sorten wie Sauvignon Blanc, Chardonnay, Gewürztraminer, Pinot Grigio, Goldmuskateller und Silvaner.
Anschließend verlassen wir den Ritten und fahren zum Schloss Runkelstein. Das Schloss liegt unweit von Bozen auf einem fast allseits geschützten Felsen hoch über dem Flüsschen Talfer, am Eingang zum Sarntal auf Rittner Gemeindegebiet. Die Anlage besteht aus der eigentlichen Burganlage und einer weitläufigen Vorburg. Anders als viele Burganlagen Südtirols, die in der Neuzeit stark umgebaut wurden, hat Runkelstein seinen mittelalterlichen Charakter bewahrt. Im Inneren der Burg hat sich von der originalen Einrichtung sehr wenig erhalten.
Die besondere Attraktion dieser Burg ist der größte profane Freskenzyklus des Mittelalters, der von 1388 bis ca. 1410 entstanden ist. Berühmt sind die Terraverdemalereien von Tristan und Isolde im Sommerhaus (um 1410).
Die große Bedeutung der Runkelsteiner Fresken liegt auch darin, dass sie eine einzigartige Quelle für die „Bekleidungsgeschichte" des späten Mittelalters, insbesondere des 14. Jahrhunderts darstellen. Es ist möglich verschiedene Einflüsse aus unterschiedlichen Gegenden auf die dargestellte Gewandung abzulesen.
Die Anlage wurde mit einiger Sicherheit 1237 durch die Brüder Friedrich und Beral von Wangen (vgl. Burg Wangen-Bellermont) neu erbaut. Schon 1274 wurde sie bei einer Belagerung durch Meinhard II., Graf von Tirol, stark beschädigt und verfiel. Bereits im 14. Jahrhundert wurde sie wieder instand gesetzt. 1385 erwarben die Brüder Franz und Niklaus Vintler die Burg und begannen 1388 mit dem Umbau und der Ausmalung. 1390 wurde die Burgkapelle eingeweiht. 1520 wurde das „Gewölbe an der Porten" durch eine Pulverexplosion zerstört, die Ringmauer aber bereits 1531 wiederhergestellt. 1574 wurde die Burg unter den Herren von Liechtenstein erneut umgebaut, die auch im Mezzaningeschoss ihre Wappen hinterließen. 1672 zerstörte ein Brand den Ostpalas. Im 18. Jahrhundert kam die Burg wieder an die Mensa der Trientner Fürstbischöfe.
1833 besuchte König Ludwig I. von Bayern die Burg und trug sich als erste Person in das noch erhaltene Gästebuch ein. Ein Teil des Sommerhauses stürzte 1868 durch einen Felssturz in die Tiefe der Schlucht. Um 1880 schließlich wurde die Anlage von Erzherzog Johann Salvator gekauft und Kaiser Franz Joseph von Habsburg geschenkt. In der Folge wurde die Burg durch den Wiener Dombaumeister Friedrich von Schmidt von 1884 bis 1888 wiederhergestellt und 1893 an die Gemeinde Bozen verschenkt, die sie noch heute besitzt.

Auf der anderen Seite von Bozen, im Stadtteil Gries, in der warmen Ebene auf den tiefgründigen und gut durchlüfteten Geröll- und Schuttböden von Talfer und Eisack findet der Südtiroler Lagrein seine besten Voraussetzungen. Die typische Südtiroler Rebsorte mit dem unverwechselbaren Charakter hat in den letzten Jahren einen unglaublichen Aufschwung erlebt und ist heute zu einem erstklassigen Aushängeschild der Südtiroler Qualitätsrotweine geworden. Der Lagrein, neben dem Vernatsch der einzige autochthone Südtiroler Rotwein, ist wahrscheinlich die älteste Südtiroler Rebsorte überhaupt.
In der Kellerei Bozen werden wir uns speziell zu dieser Rebsorte und ihren Weinen bei einer Degustation näheres zeigen und erklären lasse.

Der Rest des Nachmittags steht zur freien Verfügung. Die geschäftige und malerische Altstadt Bozens ist von unserem Standorthotel innerhalb 15 Minuten per Stadtbus erreichbar. Mit Obstmarkt, den modernen Boutiquen unter den Lauben, Dom, modernen Kunstgalerien und den zahlreichen Straßencafés läd sie zum Bummeln ein. Flanieren, Shopping und einfach den Tag genießen...... Im Herzen zweier Kulturen bietet Bozen einen abwechslungsreichen Mix aus Südtiroler Traditionen und jungem italienischem Leben. Der südliche Charme des „Dolce Vita" und die Südtiroler Gemütlichkeit ziehen Besucher schnell in ihren Bann. Auch das „Ötzi"-Museum ist immer einen Besuch wert.

3. Tag: Den heutige Tag verbringen wir im Weinbaugebiet Überetsch, für viele der Inbegriff Südtiroler Weinbautradition. Es liegt einladend zu Füßen des Mendelgebirges auf den sanften Hügeln des westlichen Etschtales zwischen Bozen und Tramin. Die beiden traditionsreichen Weinbaugemeinden Eppan und Kaltern sind zugleich auch die beiden größten Weinbaugemeinden Südtirols. Und der idyllisch gelegene und viel gerühmte Kalterersee schließlich gibt dem Ganzen sein mediterranes Gepräge. Tradition und Erfahrung prägen die 90jährige Geschichte der Kellerei St. Michael Eppan, die wir als erstes besuchen. Im Juni 1907, in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit, gegründet, setzte sich die Genossenschaft bereits in den Gründerjahren für die Förderung der Qualitätsproduktion im Weinbau und für die Sicherung eines angemessenen Einkommens für die Weinbauern ein. 1909 wurde das Kellereigebäude im klassischen Jugendstil fertig gestellt. Die Pläne und die Bauweise dieser Zeit zeigen, mit welch weit blickenden kellertechnischen Richtlinien bereits damals gebaut wurde. Die gesamte bauliche Anlage ist noch heute in ihren Wesenszügen voll in Funktion. Alt und Neu, Tradition und Moderne bilden in St. Michael-Eppan eine äußerst harmonische und funktionale Symbiose. Neben den traditionellen Holzfässern aus der Gründerzeit garantiert neueste Kellertechnologie für höchste Qualität. St. Michael Eppan zählt nicht nur zu den besten Kellereien Südtirols, sondern auch zu den führenden ganz Italiens. Mit 355 Mitgliedern, 350 Hektar Anbaufläche und 2,5 Millionen verkauften Flaschen pro Jahr hat sich St. Michael-Eppan einen Namen aufgebaut, der heute in aller Munde ist. Allein die Etikette „St. Valentin" genügt, um das Herz eines jeden Weinfreundes höher schlagen zu lassen. Aus der langen Liste der Auszeichnungen sei nur eine ganz besonders erwähnt: Der Weinführer „I Vini d'Italia" von Gambero Rosso & Slow Food hat St. Michael-Eppan italienweit zur „cantina dell'anno 2000", zur besten „Kellerei des Jahres 2000" ernannt. Kellermeister Hans Terzer - führender Önologe des Landes, Präsident der Südtiroler Kellermeister und absoluter Vorreiter in Sachen Südtiroler Weißweine - wurde in diesem Zusammenhang zu einem der zehn weltbesten Winemaker 2000 gekürt. Hans Terzers Hauptaugenmerk gilt in erster Linie den Weißweinen. In wenigen Jahren hat er es geschafft, mit seinem Weißburgunder, seinem Pinot Grigio, seinem Sauvignon, seinem Chardonnay und seinem Gewürztraminer zur absoluten Weißweinspitze Italiens vorzudringen. Reintönigkeit, ein schönes Säurespiel und vor allem Harmonie, das sind die wesentlichen Merkmale seiner Weine, die das Weintrinken zum vollendeten Genuss machen. In der Linie Sanct Valentin haben diese Weißweine ihre Vollendung gefunden. Aber der Blauburgunder und der Cabernet Sauvignon, der Lagrein und der Merlot die inzwischen ebenfalls zur Sanct Valentin Linie gestoßen sind, beweisen, dass Hans Terzer sein Handwerk auch bei Südtirols großen Rotweinen ausgezeichnet versteht.
Hoch über dem Etschtal thront die in den letzten Jahren renovierte gewaltig Burg Hocheppan, einst Sitz der Grafen von Eppan, die wir nach Kellereibesichtigung und Weinprobe besuchen. Sie gehört zum Typus der Höhenburgen und stellt eine der wichtigsten Wehrbauten Südtirols dar. Die Fresken der 1180 erbauten Burgkapelle gehören zu den besterhaltenen Fresken der Romanik Tirols. Die byzantinisch beeinflussten Malereien erstrecken sich über den gesamten Innenraum. Auf Innen- und Außenwänden sind Szenen aus dem Leben Jesus und der Apostel sowie weitere biblische Szenen, wie die der klugen und törichten Jungfrauen, abgebildet. Neben den religiösen Motiven sind an den Seitenwänden höchst originelle Darstellungen einer Knödelesserin und eines Mannes, der eine Wurst verschlingt, zu sehen. Die Anlage beherbergt heute eine Jausenstation, in der auch wir uns für den weiteren Tagesverlauf stärken können.

Auf den einladenden Kalterer Hügeln gedeiht nicht nur der Vernatsch. Auch Blauburgunder, Merlot und Cabernet finden in den warmen Lagen ausgezeichnete Bedingungen vor, während in den höheren Kalterer Weinbergen Weißburgunder, Chardonnay und Sauvignon fabelhaft gedeihen.
Und dann wäre da noch der Goldmuskateller zu erwähnen, der hier ganz besonders aromatische Weine hervorbringt. Diese Rebsorte wird in sehr kleinen Mengen vorwiegend im Überetsch angebaut. Im Oktober werden die Goldmuskateller-Trauben geerntet und dann ca. 4 Monate lang auf Matten getrocknet um dann zu edelsüßem Wein gekeltert zu werden. Ein feiner, aromatischer Dessertwein von gelb- bis goldgelber Farbe. Er riecht angenehm nach Muskat und schmeckt ausgeprägt aromatisch und süß. Weiterhin gibt es noch den Rosenmuskateller, der in Kaltern ein zweites zuhause gefunden hat und hier einen ganz besonders typischen und raren Südtiroler Süßwein ergibt.
Der Kellermeister der Kellerei Kaltern, Helmuth Zozin wird uns speziell zu seinen Süßweinen einiges zu sagen haben. Ein Riesenerfolg war der Goldmuskateller "Castel Giovanelli Serenade Passito 2003". Der Name für einen Wein der Superlative. "Vino dolce dell'anno 2007" wird er nun im Weinführer "I Vini d'Italia 2007" von Gambero Rosso & Slow Food genannt.
Der "Castel Giovanelli Serenade Passito 2003" ist goldgelb, "besticht durch ein reiches Fruchtbukett mit Noten von Muskat, Mandarinen und kandierten exotischen Früchten in der Nase und überzeugt durch seine mächtige Struktur mit großem Schmelz am Gaumen, mit seinen Aromen von Orangenschalen und Mango und überrascht durch seine knackige Säure und seinen frischen Abgang. Mit 260 g/l Restzucker, 8,2 g/l Säure sowie 10% Alkohol garantiere der Serenade 2003 eine Trinkreife bis weit hinein ins nächste Jahrzehnt." (Zitat Armin Dissertori, Obmann)
Bereits zwölf Jahrgänge lang kommt der "Serenade" auf den Markt und er ist inzwischen ein sehr beliebtes Aushängeschild der Kellereigenossenschaft geworden. Nicht mehr als 4500 Flaschen stehen jährlich zum Verkauf.
Natürlich ist dies nicht die einzige Auszeichnung, die der Serenade seit er existiert erhalten hat. Da gab es dreimal die "Tre Bicchieri" von Gambero Rosso und Slow Food, die "5 Sfere" von "Bere Dolce", zweimal die "5 Grappoli" von "Duemilavini" von Seiten der italienischen Sommeliervereinigung, "La Corona" von "Vini buoni d'Italia", die "Super Tre Stelle" von Veronelli und last but not least 93 von 100 Punkten im österreichischen "Falstaff-Weinguide".

4. Tag: Was wäre Südtirol ohne die Dolomiten?! Ein Tagesausflug auf der Großen Dolomitenstrasse, eine der schönsten Panoramastrassen Italiens, bringt uns hinauf zu den bizarren Felsformationen von Latemar und Rosengarten. Der Rückweg führt uns hinab ins Eisacktal zum Weinbaugebiet bei Klausen.
Die Tradition des Weinbaus im Eisacktal geht auf 500 v. Chr. zurück. Im Mittelalter priesen Dichter und Minnesänger wie Walther von der Vogelweide und Oswald von Wolkenstein in ihren Gedichten und Liedern den Klausner und Brixner Wein.
Hier finden wir die Weinberge nur an den steilsten und wärmsten Hängen zwischen Atzwang im Süden und Neustift im Norden. Das Weinbaugebiet ist nicht nur das nördlichste südlich der Alpen, sondern auch eines der höchstgelegen (450 m ­ 850 m) überhaupt. Ganze 230 ha sind im Eisacktal mit Reben bepflanzt. Das sind knappe 4,5 % der gesamten Weinbaufläche Südtirols.
Im Großraum Klausen wurden bis um 1950 noch zu 80 % Rotweine gekeltert, darunter vor allem Portugieser und Vernatsch und im Raum Villanders "Furner-Hottler". Nur 20 % der Traubenernte machten die Weißweine aus, vor allem "Blatterle", ein wenig Silvaner, Ruländer und Veltliner. In der Zwischenzeit haben aber auch hier die Weißweine längst ihren Siegeszug angetreten. Einzige Ausnahme als DOC-Wein im Eisacktal macht der rote "Klausner Laitacher".
Die Einkellerung der Eisacktaler Weine erfolgte vorwiegend in kleinen Weinbaubetrieben. In den letzten 10 Jahren hat sich im Eisacktal schrittweise eine ganz neue Weinszene entwickelt. Jahr für Jahr kommen neue, junge Weingüter dazu, die zum Altbewährten neue Anstöße einbringen, neue weiße Sorten, aber auch rote anpflanzen und so dem ganzen Gebiet zusätzliche Attraktivität verleihen.
Aufgrund der mineralischen Böden und des eher trockenen Klimas, welches sich durch große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht während der Reifezeit der Trauben auszeichnet, herrschen im Eisacktal ideale Bedingungen um sehr fruchtbetonte, frische, zugleich gehaltvolle und auch lagerungsfähige Weißweine zu produzieren. Die Weine aber, die heute hier gekeltert werden, und dies sind fast ausschließlich Weißweine, haben ihren besonderen Charakter. Auch „Neue Weißweinsorten", wie der sehr elegante Pinot Grigio, der rassige Kerner und der mineralische „Riesling" sind aufgrund dieses besonderen Standortes sehr eigenständige und beeindruckende Weine.
Bei einer Weindegustation sowie vorherigen Stärkung in der Buschenschänke auf dem Röckhof von Konrad Augschöll können wir einen guten Eindruck und Überblick über die Weine des Eisacktales erhalten. Angebaut werden Müller Thurgau, Zweigelt, Cuvée Weiß "Caruess" (Silvaner, Ruländer, Gewürztraminer), Cuvée Rot "Caruess" (Zweigelt, St.Laurent) und „Riesling".

5. Tag: Ein gutes Drittel der Weinbaufläche Südtirols, knappe 1.700 ha, liegen heute in den Weinbaugemeinden des Unterlandes im Süden. Salurn mit 400 ha, Tramin mit 375 und Kurtatsch mit 280 ha liegen dabei eindeutig an der Spitze. Es folgen Margreid, Neumarkt, Montan, Auer und Kurtinig, Pfatten und Branzoll. Die verschiedenen Lagen, die unterschiedlichen Böden und die vielen Mikroklimata in den Unterlandler Weingärten ermöglichen es, dass hier auch das gesamte breite Rebsortenspektrum des Weinbaulandes Südtirol angebaut wird und wächst. Trotz dieser bunten Vielzahl geben aber dennoch einige Rebsorten den Ton an, die hier besonders günstige Voraussetzungen und wohl auch ihren bestmöglichen Ausdruck finden - Gewürztraminer, Chardonnay, Vernatsch, Lagrein und Cabernet.

Wer sich in Italien für Pinot Nero/Blauburgunder interessiert, wird nicht umhin kommen sich mit der Kellerei Hofstätter aus Tramin zu befassen. Seit Jahren kommen aus den Kellern dieses Familienbetriebes die „besten Blauburgunder Italiens! Aber auch andere Sorten werden mit großem Erfolg angebaut. Inzwischen gehören 45 Hektar Weinberge in den besten Hanglagen links und rechts des Etschtales zum Besitz der Kellerei, am bedeutendsten ist dabei sicherlich der Ansitz Barthenau in Mazon, mit seinen 22 zum größten Teil mit Blauburgunder bepflanzten Hektaren. Bereits 1870 wurde hier von Ritter Barth von Barthenau Blauburgunder angepflanzt. Dieser Ansitz ist also die Wiege dieser Sorte in Südtirol.
Die sorgfältige Arbeit im Weinberg und beste Technik im Keller trägt das ihre dazu bei, den Spitzenweine der Kellerei Hofstätter Eleganz, Komplexität und Fülle zu verleihen.

6. Tag: Meran hat sich nicht nur als das Südtiroler Kurgebiet par excellence einen weltweiten Namen gemacht. Auch als Weinbauregion haben Meran und die umliegenden Weinbaudörfer Algund, Dorf Tirol, Schenna, Marling und Lana ihren ganz eigenen Charakter.
Auf knapp 200 ha wird der "Südtirol Meraner" mit den verschiedensten Spielarten der Vernatschrebe angebaut. Gehaltvolle und bekömmliche Weine sind das Ergebnis. Vor allem aber ist es eine Traube, die Meran berühmt gemacht hat. Die Meraner Kurtraube, eine Großvernatschtraube von ganz besonders süßer Reife und knackiger Frische, die heute noch wesentlicher Bestandteil jedes Kuraufenthaltes in Meran ist.
Der historische Weingut Schloß Rametz wurde bereits 1227 als bedeutendes Zeugnis der Weinkultur erwähnt. Im Jahre 1860 wurde hier die erste Blauburgunder-Rebe Südtirols angepflanzt und weitere noble Rebsorten wie Riesling, Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon fanden hier bald einen neuen fruchtbaren Boden.
Das Weingut Schoß Rametz befindet sich auf einem Moränenhügel, auf dem der Weinbau durch die wasserdurchlässigen Böden und der Großlage des Meraner Beckens ideale Voraussetzungen findet. In diesem herrscht ein mediterranes Klima, da es im Norden durch die Texelgruppe, mit ihren bis zu 3300 hohen Bergen, gegen raue Nordwinde geschützt ist und sich gegen den sonnigen Süden hin öffnet.
Wir beginnen mit einem kleinen Rundgang durch die Weinberge und erfahren dort alles wissenswerte über die Arbeit im Weinberg und über die Geschichte von Schloß Rametz. Die besondere Lage lässt die liebevoll gepflegten Guyot-Rebanlagen außergewöhnlich hochwertiges Traubengut hervorbringen, welches anschließend mittels modernster Kellertechnik zu hochqualitativen Weinen vergoren wird. Dann besuchen wir das Weinbaumuseum. In vier Räumen sehen wir allerlei alte Arbeitsgeräte, die früher für die harte Arbeit im Weinberg unerlässlich waren. Daraufhin steigen wir in die Keller hinunter um mehr über die Kellerarbeit zu erfahren. Der Keller aus dem 18. Jahrhundert ist sicherlich der schönste im gesamten Burggrafenamt. Ganz aus Steinquaderwerk bestehend, zeugt er von großer architektonischer Baukunst. Die reihenweise gestapelten Eichenholzfässer ergeben zusammen mit der stimmungsvollen Beleuchtung ein einmaliges Flair.
Der kleine Keller hingegen stammt aus dem 12. Jahrhundert. Hier werden die wertvollen Barriqueweine ausgebaut. Zum Schluss verkosten wir fünf Spitzengewächse bei einer Weindegustation.
Anschließend besuchen wir die Gärten von Schloss Trauttmansdorff und spazieren von dort entlang des Sissi Weges hinab ins Zentrum von Meran. Auf der malerischen Kurpromenade lassen wir den Tag dann ruhig ausklingen.

7. Tag: Das jüngste Südtiroler D.O.C.-Gebiet ist seit 1995 der Vinschgau. D.O.C. (Denominazione di origine controllata) ist gleichbedeutend mit dem deutschen Q.b.A., also der Bezeichnung "Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete".
Der Vinschgau hat eine alte Weinbautradition mit eigenen Bodenbeschaffenheiten und klimatischen Besonderheiten, welche die Vinschgauer Weine bei Freunden und Kennern sehr begehrt machen. Bis in die 70iger Jahre dieses Jahrhunderts vor allem zur Selbstversorgung angebaut und eingekellert, bearbeiten heute über 300 Winzer die Weinberge zwischen Partschins und Kortsch. 60 ha beträgt die Anbaufläche links und rechts der Etsch, rund 1,2 % der gesamten Weingärten Südtirols.
Bei Partschins, dem Eigangstor zum Vinschgau, besuchen wir als erstes das kleine aber feine Schloss-Weingut Stachelburg. Eine typische Tiroler Dorfburg aus dem 12. Jahrhundert, die damals als Ministerialsitz errichtet wurde.
Der Weinbau in der Stachelburg und in Partschins wurde wegen seiner hohen Lage (650m) zum Grossteil vom Apfelanbau verdrängt und es verblieben nur noch sehr wenige Rebgärten. Die besondere Lage verlangt nach besonderen Rebsorten, und diese bringen dann auf dem Partschinser Boden in der sonnigen, nach Süden ausgerichteten Hügellage ganz vorzügliche Weine hervor. Bei einer Weindegustation können wir uns selbst davon überzeugen. Angebaut werden hauptsächlich Blauburgunder, Chardonnay, Vernatsch, Weissburgunder, Gewürztraminer, Regent und Trockenbeerenauslesen. Im Südtiroler Blauburgunder-Wettbewerb 2007 belegte das Weingut den 1. Platz!

Anschließend widmen wir uns wieder einmal kulturellen Genüssen und besuchen das St. Prokulus-Kirchlein bei Naturns, einem der ältesten frühchristlichen Kirchen in Südtirol. Im 7. Jahrhundert am Rande einer alten Pilgerroute errichtet, kann es mit sehr sehenswerten romanischen Fresken aufwarten. Den ältesten Wandmalereien im gesamten deutschen Sprachraum, die in ihrer Ausführung bis heute einzigartig sind. Da sie später von einem gotischen Freskenzyklus überdeckt wurden, hat man sie erst 1912 wieder entdeckt. Die gotischen Fresken wurden abgetragen, so dass heute die Wandmalereien aus vor- bzw. frühkarolingischer Zeit betrachtet werden können. Das Pilgerkirchlein ist voll davon. Sie zeigen neben Vieh- und Hirtenbildern u.a. den frühchristlichen Bischof Prokulus (den „Schaukler") bei der Flucht aus Verona.

Dort wo der Schnalserbach in die Etsch mündet, thront auf einem Bergkegel Schloss Juval. Burgruine, Biohof, Sommerwohnsitz und „Weingut" des berühmten Bergsteigers Reinhold Messner. Das erste und wohl persönlichste seiner mittlerweile vier MMMs (Messner Mountain Museum) bzw. Burgen.
Schloss Juval wird erstmals im Jahr 1287 erwähnt. Strategisch günstig gelegen konnte der Zugang zum Schnalstal von jeher gut kontrolliert werden. In der Nähe von Schloss Juval wurden zahlreiche archäologische Funde ans Licht gebracht, die vermuten lassen, dass sich gerade hier eine Siedlung aus der Zeit von "Ötzi" befunden haben könnte. Nach häufigem Besitzerwechsel, sowie mehrmaliger Zerstörung und wiederholter mühevoller Restaurierung hat Reinhold Messner im Jahr 1983 das Schloss gekauft, es restaurieren lassen und in ein ansehnliches Museum verwandelt. In den der Öffentlichkeit zugänglichen Räumlichkeiten sind zahlreiche Sammlungen asiatischer Kunst ausgestellt, die der berühmte Alpinist auf seinen Expeditionen gesammelt hat. Zu bewundern sind auch Fresken aus der Renaissance, die Riemenschneider, einem Schüler Albrecht Dürers, zugeschrieben werden.
Das die Bergsteigerlegende Reinold Messner auch eine Ahnung von „Wein-Bergen" und Weinbau hat, können wir nach Besichtigung von Burg Juval bei einer Weinprobe im hauseigenen Weinkeller selber feststellen.

8. Tag: Individuelle Heimreise

 

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